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Zumindest einmal bis zum 17. März 2026 hat Bodo/Glimt für ein ungläubiges Augenreiben seitens der Fußballwelt in Europa und wahrscheinlich auch darüber hinaus genau. Hat doch ein vergleichsweiser winziger Verein aus einer norwegischen 55.000-Einwohner-Stadt nördlich des Polarkreises unterm Strich doch haarscharf das Viertelfinale in der UEFA Champions League verpasst. Am 17. März 2026 also schied der „Blitz“ erst in der Verlängerung mit einem 0:5 bei Sporting aus. Zuvor reisten die Norweger mit dem 3:0 aus dem Hinspiel zum Rückspiel ins heiße Lissabon.
In der portugiesischen Hauptstadt schlitterten sie also letztlich in ein Debakel, aber Hand aufs Herz: Wer hätte sich denn noch vor wenigen Jahren gedacht, dass Bodo/Glimt bis ins Achtelfinale die europäische Königsklasse aufmischen würde? Nun geht es für sie vorerst nur im norwegischen Fußball weiter, aber in Fussball Tipps für Ihre Sportwetten wird Ihnen dieses unglaubliche Team mit Sicherheit noch unterkommen. Doch werfen wir inzwischen einen Blick auf das faszinierendste Phänomen des modernen Fußballs.
Wie der „Blitz“ eine taktische Brillanz mit einer eisernen Mentalität kombiniert
Relativ häufig kommt es vor, dass Sensationsteam ihr Heil primär in einem klassischen sowie destruktiven Underdog-Fußball finden. Doch auch das trifft nicht auf die Mannschaft von Cheftrainer Kjetil Knutsen zu, denn Bodo/Glimt diktiert das Geschehen üblicherweise proaktiv. Das gelingt mithilfe eines Systems, welches seine Basis auf einem hochintensiven 1-4-3-3 bei eigenem Ballbesitz hat. Und kommt es zu einem Ballverlust, verwandelt es sich sofort und nahtlos in ein äußerst kompaktes 1-4-4-2 verwandelt. Dazu kommt, dass Knutsen in dieser Königsklasse sechsmal in Folge exakt dieselbe Startelf aufstellt. Damit hat der „Blitz“ nun einen historischen Rekord in der Geschichte dieses Wettbewerbs zu Buche stehen.
Aber nein, auch die reine Taktik stellt nur die halbe Wahrheit. Dazu kommt nämlich die stoische Ruhe auf dem Platz, die die Mannschaft dem Mentaltrainer Bjorn Mannsverk. Dabei handelt es sich, auch das ist wahrscheinlich ein Unikum, um einen ehemaligen F-16-Kampfpiloten der norwegischen Luftwaffe. Die dort erlernte militärische Resilienz verankerte er in der Kabine und so brachte den Spielern bei, unter enormem Druck eine kollektive Fehlerkultur zu leben. Und damit einher, nicht in Panik oder Schuldzuweisungen zu verfallen.
Der unbezwingbare Heimvorteil am Polarkreis
Und dann gibt es dann noch das Aspmyra Stadion, welches mit seinen lediglich 8.000 Plätzen und insbesondere den bei den Gegnern immer unbeliebteren Kunstrasen zu einer echten Festung reifte. Das liegt aber auch an der bitteren Kälte, welche oft in Kombination mit dem schneidenden Wind allen Topstars regelmäßig den Nerv zieht.
So kam es etwa im Vorfeld des Playoff-Hinspiels gegen Inter Mailand, welches bei -4 Grad stattfand, dazu, dass vor dem Anpfiff noch Tonnen von Schnee geräumt werden. Und der Vorjahresfinalist, der nach dem 1:3 im Hinspiel auch das Rückspiel mit 1:2 verlor, avancierte nicht zum einzigen gefallenen Giganten. Manchester City unterlag ebenfalls mit 1:3 in Bodo und auch bei Atletico Madrid setzte sich der „Blitz“ mit 2:1 durch.
So gelang durch ein durch kluges Scouting ein wirtschaftliches Wunder
Und heute ist das nur kaum vorstellbar, aber noch vor 16 Jahren stand der Klub unmittelbar vor dem Bankrott. Eine völlig andere Realität präsentiert sich für Bodo/Glimt heute, denn man generierte allein dank der UEFA-Prämien in dieser Saison über 50 Millionen €. Dieses frische Kapital lassen die Norweger in ihre Infrastruktur wie das geplante neue Stadion und hochgradig zielgerichtete Transfers fließen.
Genau genommen taten sie das bereits im vergangenen Sommer mithilfe der Einnahmen dank der sensationellen Leistungen in der Europa League 2024/25. Verpflichteten sie doch unter anderem:
| Top-Transfers für die Saison 2025/26 | Position | Ablösesumme | Vorheriger Verein |
| Mathias Jorgensen (mittlerweile bei Blackburn) | Rechtsaußen | 3,50 Mio. € | Aalborg BK |
| Magnus Riisnäs | Zentrales Mittelfeld | 2,50 Mio. € | Valerenga |
| Anders Klynge | Zentrales Mittelfeld | Ablösefrei | Silkeborg IF |










