Football Wissen
Football Wissen: Die geheime Regel für den dritten Quarterback
Seit 2023 dürfen NFL-Teams einen dritten Notfall-Quarterback benennen, der nicht auf den Spieltagskader angerechnet wird. Was hinter der kuriosen Regel steckt.
Seit der Saison 2023 dürfen NFL-Teams einen dritten, ausschließlich für Notfälle vorgesehenen Quarterback benennen, der nicht auf das Spieltagslimit von 47 beziehungsweise 48 aktiven Spielern angerechnet wird. Er darf das Feld aber nur betreten, wenn beide regulär gemeldeten Quarterbacks verletzungs- oder foulbedingt nicht mehr weiterspielen können – eine Regel, die aus einer besonders kuriosen Szene der NFL-Playoffs entstanden ist.
Der Auslöser: Ein Running Back als Quarterback
Ihren Ursprung hat die Regel im NFC Championship Game der Saison 2022, als sich bei den San Francisco 49ers erst Brock Purdy und wenig später auch Ersatzmann Josh Johnson verletzten. Das Team mit Cheftrainer Kyle Shanahan musste daraufhin Running Back Christian McCaffrey als Not-Quarterback einsetzen – San Francisco verlor deutlich gegen die Philadelphia Eagles. Der Vorfall sorgte liga-weit für Diskussionen, und im Mai 2023 stimmten die Teambesitzer für die Wiedereinführung einer Notfall-Quarterback-Regel, die in ähnlicher Form bereits von 1991 bis 2010 existiert hatte.
Wie die Regel heute funktioniert
Der dritte Quarterback muss Teil des regulären 53-Mann-Kaders sein und darf nicht erst am Spieltag vom Practice Squad hochgestuft werden. Zudem muss er im Training und in der Kaderplanung regelmäßig als Quarterback geführt werden – ein Cornerback oder Wide Receiver kann die Rolle also nicht einfach übernehmen. Betritt der Not-Quarterback tatsächlich das Feld, muss er grundsätzlich jeden Spielzug bestreiten, bis einer der beiden ursprünglichen Quarterbacks vom medizinischen Personal wieder freigegeben wird.
Ein Sonderfall aus den Neunzigern
Auch in der Vergangenheit gab es bereits Momente, in denen die Regel beinahe zum Tragen gekommen wäre: 1999 musste bei den New York Jets Punter Tom Tupa kurzzeitig als Feldspieler einspringen, nachdem sich Starter Vinny Testaverde früh in der Saison die Achillessehne gerissen hatte. Solche Ausnahmesituationen sind der eigentliche Grund, warum die Liga das Thema Quarterback-Tiefe im Kader inzwischen so ernst nimmt.
Warum die Regel selten zum Einsatz kommt
In der Praxis bleibt der dritte Quarterback meist ungenutzt, da die meisten Teams ohnehin zwei einsatzfähige Spieler auf dieser Position am Spieltag melden. Die Regel wirkt damit eher wie eine Versicherung: Sie kostet keinen regulären Roster-Platz, kann im Ernstfall aber verhindern, dass ein Team wie einst die 49ers einen fachfremden Spieler unter Center stellen muss.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
