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Football Wissen

Was ist die Shotgun-Formation im American Football? Die moderne Passformation erklärt

Die Shotgun-Formation prägt die moderne NFL: Wie Red Hickey sie 1960 bei den 49ers erfand, warum die Cowboys mit Roger Staubach den Durchbruch brachten und wieso heute fast jedes Team aus ihr passt.

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Leeres Football-Stadion mit Flutlicht vor dem Anpfiff

Die Shotgun-Formation ist heute die am häufigsten genutzte Grundaufstellung im American Football – weit vor der klassischen Position des Quarterbacks direkt hinter dem Center. Dabei steht der Quarterback nicht unmittelbar am Center, sondern etwa fünf bis sieben Yards hinter der Line of Scrimmage und erhält den Snap als Zuspiel durch die Luft. Was in den 1960er-Jahren als taktischer Trick gegen eine starke Pass-Rush begann, ist inzwischen in der NFL die Basis für den Großteil aller Spielzüge.

Was ist die Shotgun-Formation genau?

In der Shotgun-Formation nimmt der Quarterback deutlichen Abstand zum Center ein, anstatt sich wie in der klassischen Unter-Center-Position direkt hinter ihm aufzustellen. Der Center muss den Ball deshalb als präzisen, brusthohen Snap über mehrere Yards nach hinten werfen. Dieser zusätzliche Abstand verschafft dem Quarterback wertvolle Sekundenbruchteile, um die Defense zu lesen, bevor der eigentliche Spielzug beginnt. Oft steht zusätzlich ein Running Back neben oder schräg hinter dem Quarterback, was sowohl Lauf- als auch Passspielzüge aus derselben Formation heraus ermöglicht.

Die Erfindung: Wie Red Hickey und die 49ers Football-Geschichte schrieben

Die Grundidee war schon in den 1950er-Jahren bekannt: Frank „Pop“ Ivy nutzte als Head Coach der Edmonton Eskimos in der kanadischen Liga eine ähnliche Aufstellung, die er „Lonesome Quarterback“ nannte. Den entscheidenden Schritt in die NFL machte jedoch Red Hickey, Head Coach der San Francisco 49ers. Er systematisierte das Konzept 1960 und gab ihm seinen bis heute gültigen Namen: Shotgun. Mit Quarterback John Brodie, der wegen seiner Beweglichkeit dem erfahrenen Y.A. Tittle vorgezogen wurde, nutzten die 49ers die neue Formation gezielt gegen Teams mit aggressiver Pass-Rush – und sorgten damit für echte Überraschungseffekte, da die Defenses auf diese Aufstellung nicht vorbereitet waren.

Mehr zur Geschichte des Klubs, der die Formation erfand, gibt es in der Geschichte der San Francisco 49ers.

Vom Exoten zur Standardformation: Cowboys, Staubach und der Durchbruch

Trotz des frühen Erfolgs verschwand die Shotgun-Formation zunächst wieder weitgehend aus der NFL. Erst in den 1970er-Jahren setzten sie Teams regelmäßiger ein – unter anderem Joe Theismann 1972 in der kanadischen Liga bei den Toronto Argonauts. Den wirklichen Durchbruch in der NFL brachten jedoch die Dallas Cowboys unter Head Coach Tom Landry: Ab der Saison 1975 ließ er Quarterback Roger Staubach regelmäßig aus der Shotgun-Formation agieren, meist mit einem Running Back an seiner Seite, um auch Laufspielzüge zu ermöglichen. Die Cowboys erreichten in jener Saison den Super Bowl. In den folgenden Jahrzehnten setzte sich die Formation immer weiter durch, bis in den 1990er-Jahren praktisch jedes Team sie zumindest gelegentlich nutzte.

Vorteile der Shotgun-Formation

Der größte Vorteil liegt im zusätzlichen Zeitgewinn: Weil der Quarterback schon einige Yards hinter der Line of Scrimmage steht, bleibt ihm nach dem Snap mehr Zeit, die Defense zu lesen und seine Optionen im Passspiel abzuwägen. Gleichzeitig verschafft der größere Abstand den Offensive Linemen mehr Raum, um eine kompakte Pocket um den Quarterback zu bilden und Blitzes der Defense abzufangen. Ein beweglicher Quarterback kann aus der Shotgun-Formation zudem leichter ausweichen oder selbst zum Lauf ansetzen, wenn die Passwege zulaufen.

Nachteile und Grenzen der Formation

Dem stehen klare Nachteile gegenüber. Die Defense weiß bei einer Shotgun-Aufstellung – vor allem ohne Running Back in der Formation – in der Regel sofort, dass ein Passspielzug wahrscheinlich ist, und kann sich entsprechend ausrichten. Der lange Snap selbst birgt zudem ein höheres Risiko für Fehler als die kurze Übergabe in der Unter-Center-Position. Auch im Laufspiel hat die Formation Grenzen: Ein Running Back, der den Ball seitlich statt im vollen Anlauf aus der klassischen Position erhält, kann schwerer Schwung aufnehmen und Lücken in der gegnerischen Line so dynamisch attackieren wie aus einer I-Formation heraus.

Wie sich die Shotgun-Formation von der klassischen Aufstellung mit Fullback und Tailback unterscheidet, erklärt der Artikel zur I-Formation im American Football.

Shotgun heute: Vom Exoten zur Basisformation

Inzwischen hat sich das Verhältnis vollständig umgekehrt: Während die Shotgun-Formation einst die Ausnahme war, ist mittlerweile die Unter-Center-Position die Ausnahme. Als erstes Team überhaupt machten die New England Patriots 2007 rund um Quarterback Tom Brady die Shotgun-Formation zur Basis für den Großteil ihrer Offense-Spielzüge – in einer Saison, in der das Team mit 16:0 ungeschlagen durch die reguläre Saison ging. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass NFL-Teams heute einen Großteil ihrer Passspielzüge aus der Shotgun-Formation heraus starten. Eine direkte Weiterentwicklung ist die sogenannte Pistol-Formation, bei der der Quarterback nur etwa vier Yards hinter dem Center steht und der Running Back direkt hinter ihm statt seitlich positioniert ist – ein Kompromiss zwischen Lauf- und Passoptionen.

Mehr zur Dynastie, die die Shotgun-Formation zur Basisformation machte, gibt es in der Geschichte der New England Patriots.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.

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