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Was macht ein Fullback im American Football? Die fast ausgestorbene Position erklärt
Einst Hauptlaufspieler, heute meist nur noch Blocker: Wir erklären die Rolle des Fullbacks im American Football, seine Geschichte und warum die Position fast verschwunden wäre.
Kaum eine Position im American Football hat einen so dramatischen Wandel erlebt wie der Fullback. War er in den 1950er- und 60er-Jahren noch der gefeierte Hauptlaufspieler vieler NFL-Teams, fristet er heute oft nur noch ein Nischendasein als reiner Blocker – manche Mannschaften verzichten inzwischen komplett auf die Position. Doch was macht ein Fullback eigentlich genau, und warum ist er so selten geworden?
Was ist ein Fullback?
Der Fullback (FB) ist neben dem Halfback beziehungsweise Running Back einer der beiden Laufspieler im Backfield der Offense. Klassischerweise ist er kräftiger und schwerer gebaut als der Halfback und übernimmt vor allem Aufgaben als Blocker: Er räumt dem eigentlichen Ballträger den Weg frei, deckt Lücken in der Line ab und schützt den Quarterback beim Passspiel. In Formationen wie der I-Formation steht der Fullback direkt vor dem Running Back und läuft als Erster in die Verteidigung, um einen Weg für seinen Mitspieler zu bahnen.
Gelegentlich trägt der Fullback den Ball selbst, meist bei kurzen Yardage-Situationen nahe der eigenen oder gegnerischen Endzone, wo seine Power und sein tiefer Schwerpunkt besonders nützlich sind. Als Passempfänger ist er seltener gefragt, kann aber im Short-Game als Sicherheitsventil dienen.
Vom Star-Läufer zum reinen Blocker
Das war nicht immer so. In den 1950er- und 60er-Jahren war der Fullback oft der zentrale Laufspieler einer Offense – von 1950 bis 1965 führte in nahezu jeder Saison ein Fullback die NFL in den Laufyards an. Legenden wie Jim Brown bei den Cleveland Browns oder später Larry Csonka bei den Miami Dolphins liefen aus der Fullback-Position heraus zu Hall-of-Fame-Karrieren. Csonka war tragender Teil der ungeschlagenen Dolphins-Saison 1972, die bis heute als einzige perfekte Saison der NFL-Geschichte gilt.
Mit der zunehmenden Spezialisierung des Passspiels und dem Aufkommen schnellerer, kleinerer Running Backs verschob sich die Rolle des Fullbacks jedoch immer weiter in Richtung reiner Blockarbeit. Teams begannen, lieber einen zusätzlichen Tight End oder Wide Receiver aufzustellen, um mehr Passoptionen zu schaffen – der Fullback wurde zum Luxusgut, das sich nicht jedes Offense-Schema noch leisten wollte.
Ein Moment, der die Position unsterblich machte
Keine Spielszene steht so sinnbildlich für die Bedeutung eines guten Fullback-Laufs wie John Riggins‘ 43-Yard-Touchdown in Super Bowl XVII. Washington lag im vierten Quarter mit 17:13 zurück, als Riggins bei einem vierten Versuch mit nur einem Yard zum First Down über die rechte Seite stürmte, sich aus dem Griff von Cornerback Don McNeal löste und bis in die Endzone der Miami Dolphins lief. Der Spielzug, intern „70-Chip“ genannt, brachte Washington die Führung und am Ende den Super-Bowl-Sieg – Riggins wurde zum Super-Bowl-MVP. Mehr zur Vereinsgeschichte rund um diese Ära lässt sich in der Geschichte der Washington Commanders nachlesen.
Auch Mike Alstott („The A-Train“) bei den Tampa Bay Buccaneers oder Christian Okoye („The Nigerian Nightmare“) bei den Kansas City Chiefs prägten die Position in den 1990er-Jahren als echte Wucht im Laufspiel, bevor der klassische Power-Fullback zunehmend aus den Playbooks verschwand.
Der Fullback heute: Fast ausgestorben, aber nicht tot
2013 führte die NFL ligaweit nur noch zwei Spieler offiziell als Fullback – ein historischer Tiefpunkt. In den Jahren danach erlebte die Position eine leichte Renaissance: 2024 führten immerhin wieder zwölf Teams einen dedizierten Fullback im Kader. Moderne Fullbacks sind heute meist Hybrid-Spieler, die auch als zusätzlicher Blocker in Passformationen oder sogar gelegentlich als Receiver eingesetzt werden – ähnlich wie ein H-Back. Die Kernaufgabe bleibt aber unverändert: anderen den Weg freiräumen, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen.
Wer die Feinheiten der Offense verstehen will, sollte sich neben dem Fullback auch mit anderen Spezialpositionen beschäftigen, etwa dem beweglichen Slot Receiver im Passspiel oder dem robusten Nose Tackle in der Verteidigung – zwei Positionen, die auf ganz unterschiedliche Weise ebenso unauffällig, aber entscheidend für den Spielausgang sind.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Kuenstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
