Beitragsautor: Felix Streicher 

Unicorns besiegen in einem nervenaufreibenden Spiel Ravensburg per Fieldgoal in letzter Sekunde mit 31:28

Mike Gentili läuft für die Unicorns
Mike Gentili läuft für die Unicorns
Foto: Manfred Löffler

1.930 Zuschauer sahen am Samstag im OPTIMA-Sportpark bei hochsommerlichen Temperaturen eine nervenaufreibende Partie der Schwäbisch Hall Unicorns gegen die ifm Razorbacks Ravensburg. Beide Mannschaften gestalteten das Spiel bis kurz vor Ende der regulären Spielzeit ausgeglichen (Halbzeit 14:14), ehe sich die Einhörner durch ein Fieldgoal drei Sekunden vor Schluss doch noch zum Endstand von 31:28 durchsetzen konnten.

 Dass das Spiel gegen die ifm Razorbacks Ravensburg nicht einfach werden sollte, deutete der Head Coach der Schwäbisch Hall Unicorns, Christian Rothe, bereits weit vor der Partie an. Wie Recht er damit hatte, war dabei nicht allein dem Umstand der Hitze geschuldet, sondern lag zudem auch an einem gut auf sein Team eingestellten Gegner. Zu dieser Einschätzung kam auch der Interims Head Coach der Ravensburger, Oliver Billstein: „Wir haben heute ein supergutes Footballspiel gesehen. Unser Gameplan hat bis kurz vor Schluss bestens funktioniert.“ So zwangen die Ravensburger die Haller an diesem Samstag vermehrt zum Kurzpassspiel und vielen Läufen, während der Angriff der Gäste die Haller Verteidigung mehrfach mit weiten Pässen überrumpeln konnte. Das Ergebnis war ein ausgeglichenes Spiel, in dem keine der Mannschaften davonzog und jede Führung eine direkte Antwort des Gegners folgen ließ.

Schon in ihrem ersten Angriffszug bewiesen die Gäste aus Ravensburg, dass sie heute kein Nebendarsteller sein wollten. Durch viele erfolgreiche Läufe Lennies McFerrens bewegte man sich eindrucksvoll über das Feld, nahm Spielzeit von der Uhr und konnte den Drive erfolgreich mit einem 38-Yard-Pass auf Tim Müller zum 0:7 abschließen (alle PAT Linus Diez). Die Einhörner zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt und beendeten ihren ersten Drive ebenfalls mit einem Pass Conor Millers in die Endzone: Neuzugang JJ Brania-Hopp ließ zum ersten Mal sein Talent aufblitzen und fing den Ball über 32 Yards sicher zum 7:7-Ausgleich (alle PAT Tim Stadelmayr).

In der Folge brachte das erste Viertel keine weiteren Punkte, da sich die Razorbacks mit dem Wechsel ins zweite Viertel durch einen Punt von ihrem Angriffsrecht trennen mussten. Doch die Haller konnten aus dieser ersten starken Aktion ihrer Defense keinen Erfolg schlagen: Tief in der eigenen Hälfte verlor man durch einen Fumble Gentilis den Ball an den Gegner. Henri Moudilou konnte das Leder für sein Team neun Yards vor der Endzone der Haller sichern. Der Ravensburger Quarterback Broghean McGovern ließ sich anschließend diese Chance nicht nehmen und lief selbst den Touchdown zum 7:14. Nachfolgend trotzten die Unicorns weiter der Hitze und ihrem Gegner. Receiver Magnus Bumiller bereitete die nächsten Punkte der Haller mit seinen sicheren Hände vor, sodass Mike Gentili aus kurzer Distanz unberührt in die Endzone laufen und seinen Fehler aus dem vorhergegangenen Angriffszug mit dem Touchdown zum 14:14 ausbessern konnte.

Da in der Folge ein Fieldgoalversuch der Gäste aus 42 Yards ohne Erfolg blieb und auch die Unicorns mit 34 Sekunden Restzeit vor der Pause keine weiteren Punkte erzielen konnten, beendete man die erste Halbzeit mit einem Gleichstand von 14:14 Punkten. Wer nun dachte, dass die Mannschaft aus der Siederstadt gestärkt aus der Halbzeit hervorgehen konnte, wurde durch einen erneuten Fumble der Haller Offense schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Alkaly Cissé sicherte den Ball für die Ravensburger in der Hälfte der Einhörner, womit die Gäste erneut durch einen Fehler der Haller Offense in guter Feldposition an den Ball kamen. Hierbei ließen sich die Ravensburger auch nicht von einem Quarterbacksack Juliano Arguellos beeindrucken und schlossen sehenswert über 35 Yards durch die Luft auf Michael Mayer zum 14:21 ab. Angestachelt durch die erneute Führung der Gäste zeigten die Einhörner danach viele erfolgreiche Laufspielzüge, die das Team bis weit in die gegnerische Hälfte brachten. Abschließend merzte auch Magnus Bumiller schnell seinen Fumble aus dem vorigen Drive aus, indem er einen 20-Yards-Pass Millers zum 21:21  in die Endzone trug. Ein durch die Schiedsrichter glücklich gegebener Fumble der Gäste, den Dennis Föllinger für die Einhörner sichern konnte, brachte die Haller direkt wieder in Ballbesitz.

Mit dem Wechsel in das spielentscheidende letzte Viertel standen die Unicorns nur noch drei Yards von einem weiteren Touchdown entfernt, der gleichbedeutend mit der ersten Führung an diesem Tag für die Heimmannschaft war. Dabei setzte sich Mike Gentili erneut mit seinem Lauf aus kurzer Distanz zum 28:21 durch. Doch die Antwort der Ravensburger ließ nicht lange auf sich warten: Ein weiter Pass auf Tim Müller schlug die Haller Defense wiederholt tief zum Ausgleich (28:28).

Nun begann die turbulente Schlussphase in einem heißen Spiel beider Mannschaften auf Augenhöhe. Nach jeweils zwei Befreiungskicks der Teams verschossen die Unicorns ein Fieldgoal aus 34 Yards. Mit einer Minute und zehn Sekunden Restzeit kamen die Razorbacks noch einmal in Angriffsrecht, mit der Chance das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Ein Quarterbacksack Adrian Fiedlers sowie die Interception Monteze Latimores im zweiten Spielzug kappten diese Hoffnung der Gäste jedoch direkt und brachten die Unicorns in der gegnerischen Hälfte in Ballbesitz. Nachfolgend ließen die Haller die Uhr auf sechs Sekunden herunterlaufen und legten ihr Schicksal ein weiteres Mal in den Fuß Tim Stadelmayers. Hatte er vor nicht einmal einer Minute Spielzeit aus ähnlicher Distanz verschossen, zeigte der Kicker nun Nervenstärke und verwandelte zum Endstand von 31:28, da der nachfolgende Kickoffreturn der Gäste als letzte Aktion des Spiels schnell gestoppt werden konnte.

Stellvertretend für das Team hat Tim heute wahnsinnige Nervenstärke bewiesen und den nächsten Erfolg gesichert“, resümierte Head Coach Christian Rothe auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Letztendlich habe mit dem abschließenden erfolgreichen Kick die Logik des Spiels gewonnen, in dem dank der hervorragend eingestellten Gäste aus Ravensburg und der großen Hitze jeder einzelne Punkt und auch der kleinste Fehler ausschlagegebend gewesen sei.

 

Zuschauer: 1.930

 

Die Punkte für Schwäbisch Hall erzielten: Mike Gentili (12), Tim Stadelmayr (7), JJ Brania-Hopp (6), Magnus Bumiller (6)

 

Viertelergebnisse: 7:7 / 7:7 / 7:7 / 10:7 / Final: 31:28

 

Alle Punkte:

0:7 – Tim Müller – 38-Yard-Pass von Broghean McGovern (PAT Linus Diez)

7:7 – JJ Brania-Hopp – 32-Yard-Pass von Conor Miller (PAT Tim Stadelmayr)

7:14 – Borghean McGovern – 6-Yard-Lauf (PAT Linus Diez)

14:14 – Mike Gentili – 6-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)

14:21 – Michael Mayer – 35-Yard-Pass von Broghean McGovern (PAT Linus Diez)

21:21 – Magnus Bumiller – 20-Yard-Pass von Conor Miller (PAT Tim Stadelmayr)

28:21 – Mike Gentili – 3-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)

28:28 – Tim Müller – 69-Yard-Pass von Broghean McGovern (PAT Linus Diez)

31:28 – Tim Stadelmayr – 35-Yard-Fieldgoal

 

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