Beitragsautor: Jörg Kochs

NFL History 1999

Kurt Warner (13) in Super Bowl XXXIV
Kurt Warner (13) in Super Bowl XXXIV
Foto: imago

1999 feierte die NFL ihren 80. Geburtstag

Wir machen weiter mit unserer Serie NFL History. Inzwischen sind wir im Jahr 1999. Bill Clinton übersteht das Amtsenthebungsverfahren und bleibt amerikanischer Präsident. Michael Schumacher bricht sich beim Rennen im englischen Silverstone das Bein und der FC Bayern erlebt in Barcelona im Champions League Finale die bitterste Niederlage seiner Geschichte, als die Münchner gegen Manchester United 1:0 führen und in der Nachspielzeit noch zwei Gegentore kassieren. Der Euro wird schon mal als Buchgeld eingeführt, als Bargeld dann drei Jahre später.

Aber natürlich wurde auch Football gespielt. Die NFL feierte ihren 80. Geburtstag. Aus dem Tennessee Oilers wurden die Tennessee Titans. Die Cleveland Browns kehrten in die Liga zurück. Das führte dazu, dass zum ersten Mal seit 1966 die NFL mit einer ungeraden Anzahl an Teams spielte. Denn es gab jetzt 31 Teams. Cleveland wurde wieder der AFC Central zugeteilt.

John Elway und Barry Sanders hatten ihre Karriere beendet. Der NFL Draft fand am 17. und 18. April in New Yorker Theater at Madison Square Garden statt. Als erstes Team durften sich die Cleveland Browns einen Spieler holen und wählten Tim Couch. Und das war alles andere als eine gute Entscheidung. Couch stand zwar 1999 im NFL all Rookie Team, danach ging aber nicht mehr viel. 64 Touchdowns standen 67 Interceptions entgegen. Nach seiner Zeit in Cleveland, die bis 2003 ging, war er nur noch im Practice Squad der Green Bay Packers 2004 und 3 Jahre später bei dem Jacksonville Jaguars. Trauer trug die Liga am 1. November 1999 als Walter Payton verstarb.

Die AFC East war in dieser Saison ziemlich ausgeglichen. New England und die Jets scheiterten mit jeweils 8 Siegen an den Playoffs. Nach dem Ende der Saison feuerten die Patriots ihren Headcoach Pete Carroll. Die Jets trennten sich von Bill Parcells. Und dann wurde es kurios. Die New Yorker entschieden sich dafür ihren bisherigen DC Bill Belichick zum neuen Head Coach zu machen. Doch nur einen Tag später trat er wieder zurück. Und nun wurde es richtig bitter für die Jets, er ging ausgerechnet zu den Patriots. Der Rest ist Geschichte.

Miami konnte sich mit 9 Siegen gerade so für die Playoffs qualifizieren. Buffalo brachte es auf elf Siege und Indianapolis gewann die Division mit 13 Siegen.

Die AFC Central hatte in dieser Saison 6 Teams. Die Cleveland Browns brachten es bei ihrer Rückkehr nur auf zwei Siege. Manch einer glaubte wohl zu diesem Zeitpunkt noch, dass das schon wieder werden würde, doch es sollten in Cleveland noch finstere Jahre folgen. Cincinnati war nicht viel besser und brachte es auf vier Siege, Pittsburgh auf 6 und die Ravens auf 8. Tennessee und Jacksonville kämpften um den Sieg in der Division. Das Team aus der Music City konnte zwar am vorletzten Spieltag das direkte Duell gewinnen, doch Jacksonville sicherte sich den Sieg in der Division mit einem Erfolg am letzten Spieltag über Cincinnati. Das Team aus Florida konnte in dieser Saison 14 Spiele gewinnen und verloren nur die beiden Spiele gegen Tennessee. Die Titans brachten es auf 13 Siege und kamen ebenfalls in die Playoffs.

Schwach, aber spannend war die richtige Beschreibung für die AFC West. Denver konnte nur sechs Spiele gewinnen, die Raiders, die Chargers, Kansas City und die Seahawks kämpften um den Sieg in der Division. Die Raiders vergaben ihre Chance am vorletzten Spieltag mit einer Niederlage gegen San Diego. Sie brachten es genauso auf acht Siege wie die Chargers. Diese hatten einen guten Start und ein gutes Ende in die Saison gehabt, doch zwischen Woche 7 und 12 setzte es sechs Niederlagen in Serie. Die Chiefs hatten gute Chancen auf den Sieg in der Division, verloren aber die letzten beiden Spiele unter anderem das direkte Duell gegen Seattle. Den Seahawks reichten am Ende neun Siege, um die Division zu gewinnen, das besonders kuriose daran ist, dass sie von den letzten sechs Spielen nur das gegen Kansas City gewinnen konnten.

In der NFC East hatte Philadelphia ein schwaches Jahr mit nur fünf gewonnenen Spielen. Arizona, im Vorjahr noch im Super Bowl, konnte dieses Jahr lediglich sechs Mal gewinnen, die Giants brachten es auf 7 Siege. Den Cowboys reichten 8 Siege für einen Playoff-Platz. Die Division gewann Washington mit zehn Siegen.

Sehr eng war die NFC Central. Chicago brachte es zwar nur auf sechs Siege, davor war es aber spannend. Green Bay verpasste mit 8 Siegen ganz knapp die Playoffs, weil sie zwischen Woche 14 und Woche 16 dreimal in Folge verloren. Detroit hingegen reichten genau diese acht Siege, um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Und das, obwohl sie die letzten vier Spiele in Serie allesamt verloren. Minnesota konnte die letzten drei Spiele gewinnen und zog somit 10 Siegen in die Playoffs ein. Den Sieg in der Division sicherte sich Tampa Bay. Nach einem schwachen Start mit drei Siegen aus den ersten sieben Spielen gelangen dann acht Siege aus den letzten 9 Spielen.

Die NFC West war ziemlich einseitig. New Orleans konnte nur drei Spiele gewinnen, San Francisco stürzte komplett ab auf lediglich vier Siege. Steve Young hatte seine letzte Saison in der NFL und hatte ein bitteres Karriereende. In Woche drei gegen Arizona zog er sich eine Gehirnerschütterung zu, die ihm kein Comeback mehr erlaubte. Nachdem San Francisco 3 der ersten vier Spiele gewinnen konnte, setzte es von da an 11 Niederlagen aus 12 Spielen. Atlanta brachte es auf fünf Siege, Carolina auf acht. St Louis dominierte die Saison und konnte 13 Mal gewinnen.

In der AFC Wildcardround besiegte Tennessee Buffalo 22:16. Miami setzte sich knapp in Seattle durch mit 20:17.

In der NFC Wildcardround konnte sich Minnesota in Dallas 27:10 behaupten und Washington warf Detroit mit 27:13 raus.

In der AFC Divisionalround setzte sich Tennessee überraschend gegen Indianapolis 19:16 durch. Und dann gab es ein bitteres Ende für eine der größten Legenden in der Geschichte der NFL. Im letzten Spiel seiner Karriere verlor Dan Marino mit den Miami Dolphins mit sage und schreibe 62:7 gegen die Jacksonville Jaguars.

In der NFC Divisionalround konnte Tampa Bay knapp gegen Washington gewinnen mit 14:13.

In einem wilden Spiel besiegte St Louis Minnesota 49:37.

Im AFC Championship Game setzte sich Tennessee mit 33:14 gegen Jacksonville durch. Das war schon irgendwie kurios, Jacksonville hatte in diesem Jahr eine richtig gute Saison gespielt, sie hatten in der regulären Saison nur zwei Spiele verloren und das war auch beide Male gegen Tennessee, mit anderen Worten alle drei Niederlagen, die das Team in diesem Jahr kassierte, waren gegen den Rivalen aus Nashville.

Im NFC Championship Game setzte sich St Louis 11:6 gegen Tampa Bay durch.

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Kurt Warner schaffte es von den Amsterdam Admirals aus der NFLE bis in den Super Bowl mit den St. Louis Rams

Das bedeutete für Superbowl XXXIV (34) dass die St. Louis Rams auf die Tennessee Titans treffen würden. Gespielt wurde am 30.Januar 2000 im Georgia Dome in Atlanta. 72.625 Zuschauer wollten das Spiel im Stadion verfolgen, die Rams waren um 7 Punkte Favorit. Faith Hill sang die Nationalhymne und den Coin Toss nahmen Bud Grant, Lamar Hunt, Bobby Bell, Alan Page, Jan Stenerud, Paul Krause und Willie Lanier vor.

In der Halbzeit traten  Christina Aguilera, Toni Braxton, Phil Collins, Enrique Iglesias Edward Jones und Olmos auf. Es war so diese Zeit, wo der Gigantismus in der Halbzeitpause des Super Bowls immer mehr Formen annahm. Ich möchte echt kein Spielverderber sein, aber bei mir ist es mittlerweile so, dass ich wirklich den Ton ausmache, wenn die Halbzeitpause im Super Bowl ist. Es ist zu viel, es ist zu übertrieben aus meiner Sicht.

Ein Werbespot während das Spieles kostete übrigens 1,9 Millionen Dollar.

Im ersten Quarter gab es lediglich ein Field Goal für die Rams. Jeff Wilkins war aus 27 Yards erfolgreich. 3:0 Rams. Im zweiten Quarter packte er zwei weitere drauf. Erst aus 29, dann aus 28 Yards. 9:0.

Als im dritten Quarter Torry Holt einen Pass von Kurt Warner über 9 Yards zum Touchdown machen konnte, schien es ein sehr einseitiger Super Bowl zu werden 16:0

Doch die Titans waren noch da. Eddie George lief für ein Yard in die Endzone und sorgte für den ersten Touchdown des Teams aus Nashville. Allerdings schlug der Versuch für zwei zu gehen fehl. 16:6.

Im letzten Quarter konnte Eddie George mit einem Lauf über zwei Yards aber wieder für einen Touchdown sorgen. Plötzlich stand es nur noch 16 :13.

Und dann gelang den Titans durch Del Greco auch noch ein Field Goal zum Ausgleich. Er traf aus 43 Yards, 16:16.

Nun nahm das Drama seinen Lauf. Kurt Warner bediente für 73 Yards Isaac Bruce zum Touchdown. 23:16 Rams. Aber die Titans hatten noch einen Drive. Und sie kamen nah an die Endzone. Verdammt nah. Kevin Dyson wurde jedoch ein Yard vor der Endzone gestoppt. Und so gewannen die Rams.

Es war vielleicht nicht der beste Superbowl, aber er war sehr spannend. Super Bowl MVP wurde Kurt Warner, der auch der MVP der regulären Saison wurde. Coach of the Year wurde Dick Vermail, ebenfalls von den Rams.

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