NFL
Die Geschichte der Arizona Cardinals: Vom ältesten NFL-Team zur Warner-Fitzgerald-Ära
Von den Morgan Athletics 1898 in Chicago über St. Louis bis zum Super-Bowl-Run 2009 in Arizona: Die Geschichte des ältesten Profi-Football-Teams der USA.
Die Arizona Cardinals tragen einen Titel, den kein anderes Team der NFL fuer sich beanspruchen kann: Sie sind der aelteste noch bestehende Profi-Football-Club der USA. Ihre Geschichte beginnt nicht in Arizona und nicht einmal in St. Louis, sondern 1898 in Chicago – mehr als zwei Jahrzehnte vor der Gruendung der NFL. Von dort aus fuehrte der Weg der Franchise durch drei Staedte, zwei NFL-Championships aus der Vor-Super-Bowl-Aera und einen bewegenden Run zum Super Bowl im Jahr 2009.
Die Wurzeln: Vom Morgan Athletic Club zu den Chicago Cardinals
Gegruendet wurde das Team 1898 als amateurhafter Morgan Athletic Club auf der South Side von Chicago. Nach mehreren Namenswechseln – darunter Racine Normals, benannt nach der Racine Avenue – kaufte Teamgruender Chris O’Brien 1901 gebrauchte Trikots der University of Chicago. Die urspruenglich maroonfarbenen Jerseys waren bereits verblasst, und O’Brien soll den Farbton als „cardinal red“ bezeichnet haben. Der Name blieb: Aus den Racine Cardinals wurden spaeter die Chicago Cardinals.
1920 gehoerten die Cardinals zu den Gruendungsmitgliedern der American Professional Football Association, aus der ein Jahr spaeter die NFL hervorging. Zusammen mit den Chicago Bears sind sie damit eines von nur zwei der elf Gruendungsteams, die bis heute existieren.
Fruehe Erfolge und eine bis heute diskutierte Meisterschaft
Ihre erste NFL-Championship sicherten sich die Cardinals 1925 – allerdings unter Umstaenden, die bis heute Diskussionsstoff liefern. Rivale Pottsville Maroons hatte die beste Bilanz der Saison, wurde jedoch von Liga-Commissioner Joseph Carr wegen eines nicht genehmigten Spiels in Philadelphia suspendiert und aus der Wertung genommen. Die NFL hat die Entscheidung in zwei spaeteren Ueberpruefungen bestaetigt: Meister 1925 bleiben die Chicago Cardinals. Ihren zweiten Titel holte das Team 1947 mit dem legendaeren Offensiv-Backfield „Dream Backfield“ um Paul Christman und Charley Trippi – bis zum Jahr 2008 sollte es der letzte Championship-Erfolg der Franchise-Geschichte bleiben.
Der Umzug nach St. Louis
1960 verlegte Teambesitzer Violet Bidwill Wolfner die Cardinals von Chicago nach St. Louis, wo sportlich meist nur Mittelmass zu Buche stand. Immerhin etablierte sich das Team in den 1970er-Jahren unter Quarterback Jim Hart als „Cardiac Cards“ – bekannt fuer dramatische, knappe Spiele – und erreichte 1974 und 1975 die Playoffs. Ein Titelgewinn blieb den „Football Cardinals“ in 28 Jahren an der Mississippi dennoch verwehrt.
Ankunft in Arizona und die Jahre der Geduld
1988 zog die Franchise unter Besitzer Bill Bidwill erneut um – diesmal nach Tempe, Arizona, wo sie zunaechst im Sun Devil Stadium der Arizona State University spielte. Die folgenden beiden Jahrzehnte gehoerten zu den schwierigsten der NFL-Geschichte: Zwischen 1988 und 2007 erreichten die Cardinals nur einmal die Playoffs. Der Name wurde 1994 von „Phoenix Cardinals“ in „Arizona Cardinals“ geaendert, um die gesamte Region einzubeziehen.
Kurt Warner, Larry Fitzgerald und der Marsch zum Super Bowl
Die Wende kam mit dem Bau des heutigen State Farm Stadium in Glendale (eroeffnet 2006 als eines der ersten Stadien Nordamerikas mit beweglichem Dach und ausfahrbarem Rasenfeld) sowie der Verpflichtung von Quarterback Kurt Warner. In der Saison 2008 fuehrte Warner die Cardinals mit 4.583 Yards und 30 Touchdown-Paessen zum ersten Divisionstitel seit 1975. Im NFC Championship Game bezwang Arizona die Philadelphia Eagles mit 32:25, ehe im Super Bowl XLIII eine 23:20-Fuehrung in der Schlussphase gegen die Pittsburgh Steelers nicht reichte – am Ende hiess es 23:27. Wide Receiver Larry Fitzgerald erzielte in diesem Spiel zwei Touchdowns, darunter einen spektakulaeren 64-Yard-Catch-and-Run.
Fitzgerald selbst wurde in den folgenden Jahren zur Identifikationsfigur der Franchise: Bei seinem Karriereende 2020 stand er bei 1.432 Receptions und 17.492 Receiving Yards – beides Bestmarken, die bis heute nur von Jerry Rice uebertroffen werden. 2026 wuerdigten die Cardinals seine Karriere mit der Aufnahme in die Ring of Honor und der Zurruhesetzung seiner Rueckennummer 11.
Die Gegenwart: Aufbau statt schneller Erfolge
Auch nach Warner und Fitzgerald blieb der ganz grosse Wurf aus. Die Cardinals pendeln seither zwischen Neuaufbau-Phasen und einzelnen Playoff-Jahren, zuletzt mit Quarterback Kyler Murray und Receiver-Talenten wie Marvin Harrison Jr., der laut Berichten vor der Trade-Deadline 2026 das Interesse mehrerer Rivalen weckt. In der NFC West duellieren sich die Cardinals traditionell mit Teams wie den San Francisco 49ers – gegen die Pittsburgh Steelers, ihren Super-Bowl-Gegner von 2009, deren eigene Vereinsgeschichte von sechs Super-Bowl-Titeln gepraegt ist, trifft Arizona dagegen nur selten.
Fazit: Tradition trifft auf Geduld
Kaum eine Franchise verbindet so viel Football-Geschichte mit so wenig Titel-Ertrag wie die Arizona Cardinals. Als aeltestes Team der Liga reicht ihre Geschichte bis in die Anfaenge des amerikanischen Profifootballs zurueck, doch der ganz grosse Erfolg im Super-Bowl-Zeitalter blieb bislang aus. Fuer die Fans in Arizona macht gerade das die eigene Vereinsgeschichte so besonders: Sie ist gepraegt von langem Warten – und der Hoffnung, dass der dritte grosse Titel irgendwann doch noch kommt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Kuenstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
