NFL
Die Geschichte der Washington Commanders: Von den Boston Braves zur Gibbs-Dynastie
Die Washington Commanders blicken auf eine fast einhundertjährige Geschichte zurück: von der Gründung als Boston Braves über fünf NFL-Meisterschaften und die Gibbs-Dynastie bis zum Namenswechsel 2022.
Die Washington Commanders gehören zu den traditionsreichsten Franchises der NFL – auch wenn der Name erst seit 2022 existiert. Unter ihrem früheren Namen gewannen sie insgesamt fünf NFL-Meisterschaften und produzierten mit Figuren wie Sammy Baugh, Joe Gibbs und Doug Williams einige der prägendsten Geschichten der Liga. Wer die Franchise aus der US-Hauptstadt wirklich verstehen will, muss fast ein Jahrhundert Football-Geschichte kennen.
Die Gründung: Von Boston nach Washington
Die Geschichte beginnt 1932 in Boston. Unter Besitzer George Preston Marshall und drei Co-Investoren wurde das Team zunächst als „Boston Braves“ gegründet und spielte im selben Stadion wie das gleichnamige Baseball-Team. Schon ein Jahr später, 1933, änderte Marshall den Namen in „Boston Redskins“. Richtig sesshaft wurde die Franchise aber erst 1937, als Marshall das Team nach Washington, D.C. umsiedelte. Dort etablierte er gleich mehrere NFL-Premieren: das Team bekam die erste Marschkapelle und mit „Hail to the Redskins“ die erste offizielle Vereinshymne der Liga.
Sammy Baugh und die ersten Meistertitel
Im selben Jahr wie der Umzug nach Washington debütierte Quarterback Sammy Baugh – und führte das Team direkt in seiner Rookie-Saison 1937 zum NFL-Titel gegen die Chicago Bears. 1942 wiederholte die Mannschaft diesen Erfolg, erneut gegen Chicago. Baugh gilt bis heute als einer der einflussreichsten Passer der frühen NFL-Geschichte und wurde 1963 in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen.
Die Joe-Gibbs-Dynastie der 1980er und 90er
Die erfolgreichste Ära der Franchise fällt in die Amtszeit von Head Coach Joe Gibbs, der das Team von 1981 bis 1992 und erneut von 2004 bis 2007 trainierte. In seiner ersten Amtszeit gewann Washington drei Super Bowls – mit jeweils drei unterschiedlichen Start-Quarterbacks, ein bis heute einzigartiger Fakt in der NFL-Geschichte. Im Super Bowl XVII (Saison 1982) bezwang das Team mit Joe Theismann und MVP John Riggins die Miami Dolphins. Im Super Bowl XXII (Saison 1987) führte Doug Williams die Mannschaft zum Titel gegen die Denver Broncos und wurde dabei als erster Schwarzer Quarterback zum Super-Bowl-MVP gekürt. Fünf Jahre später, im Super Bowl XXVI (Saison 1991), krönte Mark Rypien die Dynastie mit einem Sieg über die Buffalo Bills. Washingtons bis heute letzter Titel liegt damit bereits mehr als drei Jahrzehnte zurück.
Pioniere und Hall-of-Famer
Neben Baugh zählen weitere prägende Spieler zur Vereinsgeschichte. Bobby Mitchell wurde 1962 zum ersten Schwarzen Spieler der Franchise – zu einem Zeitpunkt, als Washington als letztes Team der NFL noch nicht integriert war. Mitchell erzielte in seinem Debüt gleich drei Touchdowns und wurde 1983 in die Hall of Fame aufgenommen. Darrell Green und Art Monk, zwei weitere Franchise-Legenden, wurden am selben Tag im August 2008 in Canton geehrt.
Stadien: Von RFK bis FedExField
Nach Jahren in diversen Spielstätten in der Hauptstadt zog das Team 1961 ins neu errichtete RFK Stadium, das bis 1996 Heimstätte blieb. Seit 1997 trägt die Mannschaft ihre Heimspiele im heutigen Landover, Maryland, aus – ursprünglich als Jack Kent Cooke Stadium eröffnet, ab 1999 unter dem Namen FedExField bekannt. Aktuell plant die Franchise allerdings bereits den nächsten Umzug: Ein neues Stadion direkt auf dem ehemaligen RFK-Gelände in Washington, D.C. soll in den kommenden Jahren entstehen. Über die genauen Pläne und den politischen Entscheidungsprozess dazu berichtete amfoo.de bereits ausführlich in der Anhörung zum Masterplan für das neue Commanders-Stadion.
Der Namenswechsel: Vom Redskins-Erbe zu den Commanders
Der Name „Washington Redskins“ war seit Jahrzehnten wegen seiner abwertenden Bedeutung gegenüber indigenen Völkern umstritten. Im Juli 2020 reagierte die Franchise schließlich auf den wachsenden öffentlichen Druck und legte den Namen ab. Zwei Spielzeiten lang trat das Team ohne Spitznamen als „Washington Football Team“ an, bevor am 2. Februar 2022 nach einem rund 18-monatigen Auswahlprozess der neue Name „Washington Commanders“ verkündet wurde.
Besitzerwechsel und Gegenwart
Nach George Preston Marshall prägten Edward Bennett Williams und später Jack Kent Cooke die Franchise über Jahrzehnte. 1999 übernahm Daniel Snyder das Team für 750 Millionen Dollar – eine Ära, die sportlich wie wirtschaftlich von Kontroversen begleitet wurde. 2023 verkaufte Snyder die Franchise schließlich für 6,05 Milliarden Dollar an eine Investorengruppe um Josh Harris. Sportlich meldete sich das Team zuletzt mit Rookie-Quarterback Jayden Daniels eindrucksvoll zurück, etwa beim Pick-Six-Krimi gegen die Seattle Seahawks, der die Siegesserie des Titelverteidigers beendete. In der NFC East trifft Washington traditionell auch regelmäßig auf die Dallas Cowboys, einen der ältesten Rivalen der Divisionsgeschichte.
Fazit
Von der Gründung in Boston über die goldene Gibbs-Ära bis zum Namenswechsel 2022 und dem geplanten neuen Stadion in der Hauptstadt – die Geschichte der Washington Commanders spiegelt viele Entwicklungen der NFL insgesamt wider. Fünf Meistertitel, mehrere Hall-of-Famer und eine der traditionsreichsten Fanbasen der Liga sorgen dafür, dass die Franchise auch unter neuem Namen fest im Gedächtnis der NFL-Geschichte verankert bleibt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz recherchiert und redaktionell aufbereitet.
