Beitragsautor: Jörg Kochs

NFL History 2005

Hines Ward (86) im Super Bowl XL
Hines Ward (86) im Super Bowl XL
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Im Jahr 2005 übernehmen Merkel und Ratzinger und die Steelers gewinnen Super Bowl XL

Wir haben mal wieder Freitag und das heißt es ist mal wieder Zeit für eine Folge NFL History. Heute sind wir im Jahr 2005. Angela Merkel wird deutsche Bundeskanzlerin, Robert Hoyzer löst einen Schiedsrichterskandal aus und stürzt den Fußball in Deutschland in eine tiefe Krise. Papst Johannes Paul II stirbt und Benedikt, der 16. wird sein Nachfolger. Und damit der deutsche Josef Ratzinger. Die Bild-Zeitung titelt mit der legendären Schlagzeile „Wir sind Papst“.

Aber natürlich wurde auch Football gespielt. Es ist die 86 Saison der Geschichte. Für Commissioner Paul Tagliabue wird es die letzte komplette Saison im Amt sein.  Im Jahr 2006 wird er von Roger Goodell ersetzt werden. Die New York Giants müssen einen schweren Verlust hinnehmen. Wellington Mara stirbt im Alter von 89 Jahren. Von 1959 bis zu seinem Tod 2005 war er Besitzer der New York Giants. Auch Mitbesitzer Bob Tisch verstirbt in diesem Jahr.

Der Draft findet am 23. und 24. April in New Yorker Jacob K. Javits Convention Center statt. Die San Francisco 49ers dürfen sich als erstes einen Spieler aussuchen und nehmen Quarterback Alex Smith. Smith wird zwar kein ganz großer, bringt es aber immerhin dreimal in den Pro Bowl. Das besondere an seiner Geschichte ist aber eine schwere Verletzung, die er sich im Trikot der Washington Redskins zuzog. Er brach sich das Schien – und Wadenbein, was an sich schon schlimm genug ist, doch nach der Operation entzündet sich die ganze Geschichte und zwischenzeitlich besteht sogar Lebensgefahr. Auch eine Amputation des Beines war eine Option, doch Smith kämpft sich zurück und gibt sogar noch mal ein Comeback. In seiner Karriere spielt er für San Francisco, Kansas City und eben Washington. Patrick Mahomes sag bis heute, dass er von Smith viel gelernt hat.

Im Jahr 2005 wird auch Geschichte geschrieben. San Francisco und Arizona Treffen am 2. Oktober, das ist Woche 4 aufeinander. Das Besondere daran ist, dass sie im Estadio Azteca in Mexico City aufeinandertreffen. Es ist das erste Spiel einer regulären Saison, dass nicht in den USA ausgetragen wird.

Die AFC East hat zwei gute und zwei schlechte Teams. Die Jets und Buffalo Spielen kaum eine Rolle und gewinne nur vier bzw. fünf Spiele. Miami und die Patriots kämpfen um den Sieg in der Division. Miami hat einen ganz schlechten Start und steht nach Woche 10 bei 3-7. Doch die letzten sechs Spiele können die Delfine allesamt gewinnen, doch am Ende reichen die 9 Siege nicht für die Playoffs. New England, in den letzten beiden Jahren Champions, tut sich schwerer als erwartet. Die zehn Siege reichen aber für den Sieg in der Division.

Auch in der AFC North das zwei starke und zwar schwache Teams. Die Ravens und die Browns können jeweils sechs Spiele gewinnen. Pittsburgh und Cincinnati machen die Division unter sich aus. Die Steelers taten sich lange schwer, konnten aber die letzten vier Spiele in Serie gewinnen und so mit 11 Siegen noch die Playoffs erreichen. Für den Sieg in der Division reicht das aber nicht mehr. Der geht mit ebenfalls elf Siegen an Cincinnati.

Das Schema mit zwei guten und zwei schlechten Teams setzt sich auch in der AFC South fort. Houston kann gerade einmal zwei Spiele gewinnen. Siege über Cleveland und Arizona verhindern die komplette Blamage. Etwas besser läuft es für Tennessee. Das Team aus Nashville kann immerhin vier Spiele gewinnen. Jacksonville kann nach durchschnittlichem Start acht der letzten neun Spiele gewinnen und qualifiziert sich mit zwölf Siegen für die Playoffs.

Doch das über Team in der AFC South heißt Indianapolis. 14 Spiele kann das Team gewinnen. Lange Zeit sieht es sogar nach einer perfekten Saison aus, erst in Woche 15 gibt es die erste Niederlage gegen San Diego. An der Saison von Indianapolis kann man übrigens mal wieder erkennen, wie unwichtig eigentlich eine Preseason ist. Denn dort verlor Indianapolis alle vier Spiele.

Die AFC West ist relativ klar. Die Raiders spielen mit vier Siegen überhaupt keine Rolle, San Diego bringt es auf einen 9 Erfolge. Kansas City hat Pech, das zehn siege für die Playoffs nicht reichen. Die Broncos gewinnen die Division locker mit 13 Erfolgen.

In der NFC East ist das Feld relativ nah beieinander. Mit Ausnahme von Philadelphia, das Team aus der Stadt der brüderlichen Liebe gewinnt nur sechs Mal. Die Cowboys stehen lange Zeit gut da, verlieren aber vier der letzten sechs Spiele und schaffen es mit 9 Erfolgen nicht in die Playoffs. Washington scheint nach Woche 12 schon so gut wie draußen zu sein, zu diesem Zeitpunkt stehen die Redskins bei 5-6. Doch fünf Siege aus den letzten fünf Spielen lösen doch noch das Playoff Ticket. Der Sieg in der Division geht an die Giants. 11 mal können die New Yorker das Feld als Sieger verlassen.

Die NFC North sieht in diesem Jahr schwache Packers. Green Bay kann nur vier Spiele für sich entscheiden, Detroit ist mit fünf nicht sehr viel besser. Minnesota hat zunächst nach schlechtem Start eine gute Aufholjagd, doch Niederlagen in Woche 15 und 16 kosten die Playoffs. Chicago hat wenig Mühe und gewinnt mit 11 Siegen die Division. Dabei war der Start in der windigen Stadt relativ schlecht, an den ersten fünf Spieltagen werden von vier Spielen drei verloren. Danach fängt sich das Team aber und verliert nur noch zwei weitere Male.

Aus heutiger Sicht schwer glauben, aber die NFC South war in diesem Jahr ziemlich stark. Okay, das gilt jetzt nicht für New Orleans, die konnten nur dreimal gewinnen. Atlanta brachte es auf acht Erfolge, spannend war es an der Spitze zwischen Carolina und Tampa Bay. Beide Teams brachten es auf je 11 Siege, am Ende zog Tampa Bay vorbei, weil Carolina am vorletzten Spieltag gegen die Cowboys verlor. Beide konnten sich für die Playoffs qualifizieren.

Einseitig war das richtige Wort für die NFC West. Während San Francisco mit vier Siegen, Arizona mit 5 und St Louis mit sechs keine großartige Rolle spielten, dominierte Seattle die Division nach Belieben und holte 13 Siege.

In der AFC Wildcardround setzte sich New England 28:3 gegen Jacksonville durch. Pittsburgh besiegte Erzrivale Cincinnati 31:17.

In der NFC Wildcardround setzte sich Washington überraschend in Tampa Bay 17:10 durch. Carolina machte kurzen Prozess mit New York und gewann 23:0.

In der AFC Divisionalround gelang Pittsburgh eine kleine Sensation als sie die zuvor so starken Indianapolis Colts 21:18 schlagen konnten. Die Denver Broncos besiegten die New England Patriots 27:13.

In der NFC Divisionalround setzte sich Seattle 20: 10 gegen die Redskins durch. Carolina besiegte Chicago 29:21.

Im AFC Championship Game setzen die Pittsburgh Steelers ihren Höhenflug fort und besiegten die Broncos 34:17.

Im NFC Championship Game setzte sich Seattle 34:14 gegen die Carolina Panthers durch.

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Die Rolling Stones treten 2006 in der Halbzeitshow in Detroit beim Super Bowl XL auf

Das bedeutet der für Superbowl 40 Pittsburgh Steelers gegen Seattle Seahawks. Gespielt wurde am 5. Februar 2006 im Ford Field in Detroit. 68.206 Zuschauer waren im Stadion und Pittsburgh war um vier Punkte Favorit. Aaron Neville, Aretha Franklin und Dr. John durften die Nationalhymne singen. Tom Brady nahm den Coin Toss vor. Und in der Halbzeit traten die Rolling Stones auf. Ein Werbespot kostete 2,5 Millionen Dollar.

Im ersten Quarter gab es nur ein Field Goal. Josh Brown brachte Seattle aus 47 Yards in Führung 3:0 Seahawks.

Im zweiten Quarter gab es den ersten Touchdown. Steelers QB Ben Roethlisberger lief für ein Jahr selbst in die Endzone und brachte sein Team mit 7:3 in Führung. Das war bereits der Halbzeitstand.

Im dritten Quarter lief Willie Parker für die Pittsburgh Steelers über 75 Yards in die Endzone und sorgte für den nächsten Touchdown. 14:3 Pittsburgh. Doch Seattle kam wieder heran. Matt Hasselback bediente für 16 Yards Jerramy Stevens zum Touchdown. Nur noch 14:10.

Im letzten Quarter gab es nur noch einen Touchdown. Und den hatte Pittsburgh. Hines Ward konnte einen Pass über 43 Yards fangen, der wurde aber nicht von Ben Roethlisberger geworfen, sondern von WR Antwaan Randle El. Dies führte zum entscheidenden Touchdown. 21:10 Steelers. Antwaan Randle El arbeitet heute übrigens als WR Coach der Detroit Lions.

Super Bowl MVP wurde Hines Ward. MVP der regulären Saison war Shaun Alexander von den Seattle Seahawks. Coach of the Year wurde Lovie Smith von den Chicago Bears

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